Insgesamt wurden 36 Gehölzstreifen auf dem Acker angelegt. Sie verteilen sich auf drei Reihentypen: Esskastanie, Laubfutter und Hochstammobst. Innerhalb dieser Streifen wurden 55 verschiedene Gehölz- und Krautarten etabliert, darunter mehr als 6.500 gepflanzte Gehölze und über 2 Millionen ausgebrachte Samen.
Früh- und spätblühende Arten wie Hasel, Kornelkirsche, Schlehe, Weißdorn und Schneeball sichern Bestäubern über das Jahr hinweg ein kontinuierliches Nahrungsangebot. Gleichzeitig schafft der künftige Verzicht auf Bodenbearbeitung in den Agroforstreihen neue Brut- und Nistorte für Wildbienen, Hummeln und andere Kleintiere, die auf intensiv genutzten Ackerflächen kaum Lebensraum finden.
Die Fläche wird zum Lebensraum und Lernort
Schon heute zeigt sich auf dem Schlag 701 eine wachsende Vielfalt: Vögel nutzen die stehenden Greifvogelstangen als Ansitz, Meisen regulieren auf natürliche Weise Schädlinge an den jungen Bäumen, und die Struktur des Agroforstsystems bietet Rückzugsräume für zahlreiche Wirbeltierarten.
Neben den ökologischen Effekten wird die Fläche bereits jetzt als Modell- und Lernort genutzt. Besucher aus Wissenschaft, Praxis und Bildung informieren sich regelmäßig über Aufbau, Bewirtschaftung und ökologische Leistungen des Systems. Damit wird der Schlag zu einem wichtigen Vermittlungsraum für zirkuläre Landwirtschaft.

Ein messbarer Beitrag zum Klimaschutz
Agroforstsysteme können nachweislich dazu beitragen, mehr Kohlenstoff im Boden zu speichern. Eine Meta-Analyse (Mayer et al. 2022) zeigt, dass in über 70 Prozent der untersuchten Fälle Agroforstflächen höhere Werte an organischem Bodenkohlenstoff aufweisen als vergleichbare Flächen ohne Gehölze. Die neu angelegten Gehölze binden Kohlenstoff sowohl in ihrer Biomasse als auch im Boden.
Der Deutsche Fachverband für Agroforstwirtschaft (DeFAF) fasst in einem aktuellen Bericht (Böhm et al. 2025) verschiedene Studien zusammen. Je nach Aufbau des Systems und verwendeten Baumarten liegt das mögliche Speicherpotenzial zwischen 1,8 und 25 Tonnen CO₂-Äquivalent pro Hektar und Jahr. Für Schlag 701 ergibt sich daraus ein rechnerisches jährliches Potenzial von rund 50 Tonnen CO₂-Äquivalent – das entspricht in etwa dem CO₂-Ausstoß von 12 bis 15 durchschnittlichen Haushalten im gleichen Zeitraum.
Damit verbindet das Projekt wirksamen Klimaschutz mit einer nachhaltigen ökologischen Wirkung: Es reduziert Emissionen, fördert die Biodiversität und trägt zu langfristig gesunden, widerstandsfähigen Böden bei.
Partnerschaft für eine regenerative Zukunft
Als Medizinproduktehersteller investieren wir bewusst in Projekte, die über die Gesundheitsversorgung hinaus wirken. Wir danken Gut&Bösel und der Finck Stiftung für die erfolgreiche Zusammenarbeit und die Einblicke in ein Projekt, das zeigt, wie Transformation im ländlichen Raum entstehen kann.
Gemeinsam setzen wir ein Zeichen für regenerative Ansätze, die Klima, Natur und Gesellschaft stärken.
Weitere Hintergründe zur Entstehung des Agroforstprojekts finden Sie in unserem Newsbeitrag.
Vertiefende Einblicke in Aufbau, Bewirtschaftung und ökologische Effekte bietet der aktuelle Praxisbericht der Finck Stiftung.




